Jour 3: Refuge de l'Arpont - Refuge de la Fournache

Mittwoch, 28.08.2019

Das Frühstück am nächten Morgen stellte sich als erstaunlich gut heraus. Es gab sogar Rührei und Salami und das Brot war auch frisch. Um acht Uhr ging es dann wieder los. Der Weg ging abwechselnd bergauf und bergab. Unsere Stimmung war gut, denn der Weg war interessant und wir waren in bester Gesellschaft. Die beste Gesellschaft bestand aus einer Vierergruppe von Franzosen. Ein Mann, drei Frauen. Alle ca. zwischen 55 und 65 Jahre. Die Gruppe war super nett. Immer wieder überholten wir uns gegenseitig, begrüßten uns mit einem "Coucou" und auch die Mittagspause verbrachten wir zusammen. Mit Händen und Füßen und unserem bisschen französisch konnten wir uns unterhalten. Nach kurzer Zeit waren wir für sie "les filles". Wir nannten sie insgeheim "nos amis". Auf jeden Fall hat es uns super viel Spaß gemacht die vier immer wieder zu sehen und zusammen zu lachen. So wurden selbst steile Abschnitte witzig. 

Zwischenzeitlich befürchteten wir allerdings, dass es anfangen würde zu regnen. Ein paar Tropfen fielen bereits auf unsere Haut. Um das schlimmste vorzubeugen, zogen wir schnell unsere Regenjacken an. Natürlich hörte der Regen just in diesem Moment auf. Kims Kommentar: "Besser haben als brauchen". Sehr treffend! Abenteuerlich wurde es als uns eine Schafsherde entgegenkam - und zwar auf dem schmalsten Pfad bisher. Wie es sich gehört, sind die Wollknäuel aber ausgewichen, sodass wir gut passieren konnten. Gegen Ende der Strecke haben wir wieder einige Murmeltiere gesehen. Die Dinger sind aber auch was süß! Man kommt aus der Entzückung nur schwer wieder heraus. Als wir in die Nähe unserer Hütte kamen, erbot sich uns ein grandioser Ausblick auf einen strahlend blauen Stausee. Die intensive Farbe stand im starken Kontrast zu den kargen Tönen der rauen Berge. Heute waren wir sehr früh dran und wollten eigentlich nicht bereits ab 14 Uhr in der Hütte hocken. Deswegen ergriffen wir gleich die Chance als wir ein kurzes Stück davor einen Fluss entdeckten, der sich zum Stausee schlängelte. Pünktlich zu unserer Pause kam dann auch noch die Sonne heraus. Ausgestreckt lagen wir auf den Felsen und genossen die Wärme sowie das Plätschern des Flusses. So konnten sich unsere Beine wieder etwas erholen. Kim kühlte wieder ihre Füße im Wasser. Allerdings hielt sie es diesmal in dem eisigen Wasser nicht lange aus. Die letzten zehn Minuten zur Hütte legten wir dann noch mit Bravour zurück und winkten "nos amis" zum Abschied, die wir leider auf der Wanderung nicht wieder sehen sollten. Diese waren zwischendurch zum Kaffeetrinken in einem Restaurant verschwunden. 

In der Hütte angekommen, gönnten wir uns erst einmal einen Crepe. Man muss sich schließlich auch mal belohnen. Zu uns gesellten sich zwei Straßburger, die abwechslungshalber sogar mal englisch konnten. Was für eine Konversation auf einmal möglich war - erstaunlich! Abgesehen von zwei französischen Herren, hatten wir die Hütte ganz für uns, was auch mal ganz entspannt war. Beim Abendessen erfurhren wir von den beiden, dass diese ihre Wanderung abkürzen würden. Grund dafür war das sehr schlecht angekündigte Wetter für Samstag. Dadurch waren wir etwas irritiert. Zwar war erst Mittwoch und wir fanden es etwas übertrieben jetzt schon Panik zu schieben wegen Gewittern, die am Samstag kommen sollten, aber die beiden sahen sehr viel erfahrener aus mit Bergwanderungen als wir. Also schoben wir auch etwas Panik und schauten uns nochmal intensiv den Wetterbericht an. Dieser war je nach Anbieter sehr unterschiedlich. So beschlossen wir, erst einmal ruhig Blut zu wahren und die Wanderung wie geplant fortzusetzen. Natürlich schauten wir uns aber auch Alternativen an, falls es wirklich so schlimm kommen sollte, denn einem Gewitter wollten wir beide mitten in den Bergen nicht begegnen. Von den Überlegungen noch ganz aufgewühlt, gingen wir ins Bett. Demenstsprechend unruhig war dann auch die Nacht. Besonders ich konnte gar nicht gut schlafen. Zum Glück gibt es Hörbücher, die einem die wachen Stunden in der Nacht erträglicher machen können.  

Jour 2: Refuge du Col de la Vanoise - Refuge de l'Arpont

Dienstag, 27.08.2019

Das Frühstück am nächsten Morgen war wirklich sehr spartanisch. Es gab Knuspermüsli und Cornflakes und das Beste - staubtrockenes, altes Brot von gestern. Mhm, lecker... Wow, das man sowas Menschen zum Essen gibt und man dann auch noch 9 Euro für das Frühstück zahlen muss. Kim meinte, dass bei ihr zu Hause nur die Pferde so ein Bot bekommen hätten. Nah ja, immerhin wurden wir satt. 

Dann haben wir uns fertig gemacht, die Wanderstiefel angezogen, die Rucksäcke aufgesetzt und von einem wunderschönen klaren Berglicht begrüßt. Da war das Brot dann auch wieder vergessen. Der erste Teilging an einem Fluss entlang,der auch immer wieder von Blumen gesäumt war. Kim und ich meinten gerade, wie gerne wir Murmeltiere und Steinböcke sehen würden, als wir das Gefiepe der Murmeltiere hörten. Okay, ich dachte es wäre ein Vogel, aber Kim hatte es gleich erkannt. Und da sahen wir sie - Murmeltiere (im Laufe der Wanderung nur noch Murmels genannt). Wie süß diese überdemensionalen Meerschweinchen doch aussehen. Echt knuffig! 

Nach einer kurzen Pause ging es dann durch ziemliches Geröll weiter, wobei wir schon Schiss hatten den Weg zu verlieren. Nachdem uns ein netter Herr darauf aufmerksam gemacht hatte, dass wir gerade dabei waren den falschen Weg einzuschlagen, fanden wir dann aber doch ganz gut wieder auf den richtigen Weg. Eine Stunde später bekamen wir einen wunderschönen Ausblick auf einen Teil des Gletschers. Auch wenn sich hier vieles ähnelte, gab es um jede Ecke ein neues Highlight. Zugegebenermaßen bracuhte es zwar auch oft einige Ecken um das Neue zu erblicken, aber das steigerte die Vorfreude umso mehr. Nach unserer Mittagspause an einem kleinen See, wo wir von Sandflies ähnlichen Viechern umzingelt wurden, hatten wir unerwarteter Weise noch ein ganz schönes Stück vor uns. Das Wandern kam uns dadurch endlos lange vor. Highlight waren aber die Steinböcke, die wir zwischendurch sehen konnten. Sogar zwei Kleine waren mit dabei (erst am letzten Tag unserer Wanderung erfuhren wir, dass das gar keine Steinböcke, sondern Gämse waren). Richtig süß war auch noch das Murmeltier, das aufgerichtet ganz in der Nähe unseres Weges saß. Ansonsten war der Weg ziemlich schwierig mit den vielen Felsen so dicht am Abhang. Als dann auch noch die blöde Hütte so lange auf sich warten ließ, sank meine Stimmung in den Keller  und Kim verglich mich mit dem jammernden Heppo aus "Bob der Baumeister". Gefühlte Ewigkeiten später kam die Hütte endlich in Sicht und wir wurden von einer unfreundlichen Persönlichkeit eingecheckt. Eine blöde Frau. Nah ja, es sind halt nicht alle Menschen nett. Unser Zimmer teilten wir uns mit einer deutschen (vielleicht auch österreichischen) Familie. Den Tag zuvor waren wir in einem Zimmer mit Amerikanern. Bei den vielen Franzosen hier, bekam man glatt das Gefühl, dass sie alle Ausländer in ein Zimmer gesteckt haben :D. Das Abendessen war wieder ein Drei-Gänge-Menü und dieses Mal gab es auch frisches Brot. Und so ging ein weiterer spannender Tag zuende...

Jour 1: Pralognan - Refuge du Col de la Vanoise

Montag, 26.08.2019

Nach einer kühlen Nacht auf harten Isomatten, in der Kim und ich mal wieder zu der Überzeugung gekommen sind, dass Zelten einfach nicht unser Ding ist und sich auch hartnäckig wehrt es zu werden, ging endlich unser Abenteuer richtig los! Okay, so schnell ging es dann doch nicht, weil wir erst alles abbauen mussten (mein Vater sollte ja nicht denken, dass wir seinem Zelt nicht die Ehre zukommen lassen, die es von ihm gewohnt ist). Gegen elf war alles verstaut und es hieß Backpacks auf. Zum Glück waren diese nun mehr an unser Körpergewicht angepasst und keine 15kg-Monster wie in Neuseeland. Nach fünf Minuten, wir hatten Pralognan noch nicht einmal verlassen, gab es schon den ersten Stopp. Die Fleecejacken wurden ausgezogen und die Haut eingecremt sowie das Start-Selfie unserer Wanderung aufgenommen. Und dann ging es richtig los - und zwar wirklich! Der Weg war deutlich steiler als wir gedacht hatten, sodass wir beide bereits nach wenigen Minuten verschwitzt um am Keuchen waren. Mifr schwirrten schon wieder Gedanken wie ,"Warum tue ich mir das eigentlich an? Ich könnte auch am Meer in der Sonne liegen", durch den Kopf, aber Kims "Wir schaffen das schon"-Ausrufe waren tatsächlich sehr aufmunternd. Und das, obwohl wir von einer Gruppe Rentnern überholt wurden, die schnell in weiter Ferne verschwunden waren (vor uns versteht sich). Zu unserer Verteidigung, die Rentner hatten wenig bis gar kein Gepäck und sahen so aus, als würden sie solche Touren regelmäßig machen. Ganz im Gegenteil zu uns Landeiern aus dem flachen Norddeutschland.

In Fontanettes gab es die erste Pause. Danach ging es auf steilen Waldwegen immer weiter bergauf. Schnell erreichten wir an Höhe, was unsere Beine sehr wohl auch spürten. Glücklicherweise war der Weg mit Felsen und Steinen sehr anspruchsvoll, sodass die Zeit schnell vergangen ist. Auf 2000m Höhe erreichten wir die Baumgrenze und genossen im Schatten eines Restaurants unsere geschmierten Brote (da hat jeder Franzose bestimmt "typisch deutsch" gedacht). Hier sind hauptsächlich Franzosen und man trifft nur ganz selten auf andere Nationen. Das in den hintersten Gehirnzellen geschobene Schulfranzösisch musste also wieder herausgekramt werden. An sich lief die Verständigung auf Französisch bis dahin aber ganz gut. 

Das nächste Stück brachte zumindest mich dann ganz schön an meine Grenzen und meine Gedanken kreisten um den Lift, der uns ein ganzes Stück erspart hätte. Aber Kim meinte, dass das schummeln wäre. Damit stimmte ja auch. Also hieß es, Zähne zusammenbeißen und an die schöne Landschaft denken, denn die war wirklich atemberaubend. Dadurch, dass wir schnell an Höhe gewonnen hatten, konnten wir auch nach kurzer Zeit wunderschöne Ausblicke auf die Berge und Täler genießen. An manchen Stellen lag zum Teil immer noch Schnee und woanders blühten Blümchen. Richtig stilecht zog dann auch noch eine Herde Kühe an uns vorbei. Ihre bimmelnden Glocken verliehen dem Ganzen eine idyllische Atmosphäre. Absoluter Höhepunkt war der Lac des Vaches, ein kleiner See durch dessen Mitte Steine zur anderen Uferseite führten. Dort wurde erst einmal länger Pause gemacht. Kim hat ihre Füße im kalten Wasser gekühlt und danach haben wir uns auf einen Felsen gelegt und die Beine entspannt. Auch die letzten sauren Gummischlangen, die wir uns völlig überteuert an einer Raststätte gekauft hatten, mussten nun dran glauben. 

Dann kam die letzte Stunde,die relativ entspannt war. Und schlielich lag sie vor uns - die auf 1100 Höhenmetern lang ersehnte Hütte. Erster Gang war natürlich die Dusche. Dann mussten wir unsere Sachen sortieren, denn nachdem wir erfahren hatten, dass es dort möglicherweise Bettwanzen gab (da kommt doch richtiges Neuseeland-Feeling auf), mussten wir unsere Rucksäcke in einem abgetrennten Raum lassen. Nach zwei Runden Quixx (ebenfalls Neuseeland-Feeling) gab es das Abendessen. Zuerst wurde uns Suppe mit altem Brot gegeben. Kim und ich guckten uns nur an und dachten, dass das doch nicht alles sein könne. So waren wir in der schwierigen Lage, dass wir nicht wussten, ob wir uns jetzt mit Suppe vollschaufeln oder lieber auf einen weiteren Gang warten sollten. Dann sahen wir aber das es noch ein Hauptessen gab und wir waren beruhigt. Zum Schluss gab es dann auch noch Panna Cotta als Dessert. Nach dem anstrengenden Tag waren wir beide sehr müde und so ging es zeitig ins Bett.Schließlich sollte am nächsten Morgen der Wecker auch wieder um 7 Uhr klingeln.

Wir sind zurück

Sonntag, 25.08.2019

Einerseits fühlt es sich an, als wäre eine Ewigkeit vergangen. Andererseits denkt man, es sei erst gestern gewesen als wir aus Neuseeland zurück gekommen sind. Tatsächlich sind seit dem 2 1/2 Jahre vergangen. Die Zeit flitzt wirklich ganz schön :D. Ein kurzes Lebensupdate an dieser Stelle von Kim und mir. Wir studieren beide mittlerweile in Hamburg - Kim Medizin und ich Jura. Mit unseren gewählten Studiengängen sind wir beide sehr zufrieden, aber da man zwischendurch auch mal was anderes sehen möchte, war uns schnell klar, dass wir in naher Zukunft wieder zusammen wegfahren würden. Hat dann doch etwas gedauert, aber bekanntlich ist später ja besser als nie ;). 

Da uns die Wanderungen in Neuseeland sehr geprägt haben, haben wir entschieden wieder eine mehrtägige Wanderung zu unternehmen. Diesmal ging es nicht gleich ans andere Ende der Welt, sondern nach Frankreich in den Vanoise Nationalpark, der in den französischen Alpen liegt. Die von uns ausgesuchte Wanderung heißt "Tour des glaciers" und führt als Rundwanderweg um einen riesigen Gletscher herum. Die Tour kann man in 4 bis 7 Tagen gehen, je nachdem für welche Strecke man sich genau entscheidet. Wir haben uns für 6 Tage entschieden. Die Etappen enden abends jeweils immer an einer Hütte, wo man übernachten und auch essen kann. Das erstmal zu den allgemeinen Informationen. 

Um überhaupt die Wanderung machen zu können, sind wir am Samstagabend losgefahren. In der Nacht haben wir in eins die 13 1/2 Stunden zurückgelegt und das, obwohl wir bereits am Abend völlig fertig waren. Beste Voraussetzungen für so eine Fahrt also :D. Die Fahrt war dann allerdings weniger anstrengend als gedacht. Süßigkeiten, die wir an den Raststätten für die Toilettengutscheine eingetauscht haben, haben uns bei Laune gehalten. Regelmäßig versorgt mit Kinder Pinguin sowie Cola (äußerst gesund) haben wir die Fahrt gut überstanden und sind gegen 9:30 Uhr in Pralognan-la-Vanoise angekommen, unserem Startpunkt für die Wanderung. Als wir aus dem Auto ausgestiegen sind, war unser erster Gedanke "Man ist das kalt hier". Zum Glück wurde es aber schell wärmer. Pech war allerdings, dass wir uns nicht im Zelt ausruhen konnten (wir waren für einen Tag auf einen Campingplatz), weil wir durch die Sonne darin quasi gegrillt wurden. Nachdem wir irgendwann den Versuch des Schlafens aufgegeben haben, haben wir den Ort erkundet und uns informiert, wo die Strecke am nächsten Tag starten würde. Abends kochten wir uns in sich stetig intensivierender Kälte Nudeln mit Fertigsoße. Das hat ewig gedauert, sodass wir schließlich halb erfroren über das Essen hergefallen sind (alles wie damals in Neuseeland - es hat sich also nichts verändert). Danach wurde abgewaschen und nach ein paar Hampelmännern, die wieder etwas Wärme in unsere kalten Körper bringen sollten, ging es in die Schlafsäcke. Natürlich musste ich eine Stunde später bereits wieder auf die Toilette.Wie sollte es beim Zelten auch anders sein. Danach wurde aber auch ich vom Schlaf übermannt und die Nacht war schnell vorüber.

Melbourne und Heimflug

Donnerstag, 04.05.2017

Auch wenn wir in der letzten Nacht endlich mal wieder im Hostel geschlafen hatten, waren wir beide doch sehr ruhelos. Ich war einfach zu nervös zum Schlafen, da mir alle Dinge durch den Kopf gingen, die wir vor unserem Abflug noch machen mussten und Kim fror genauso doll wie im Zelt. Wir standen um 6.30 Uhr auf, packten die restlichen Sachen zusammen und erkundigten uns wie viel eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die City kosten würde. Wir wussten, dass Parkhäuser sehr teuer waren, aber es stellte sich heraus, dass auch die Tickets für Bus und Bahn einiges kosteten. Etwas unschlüssig fuhren wir dann erst mal mit Lucy in die Waschanlage, wo sie von außen und innen sauber gemacht wurde. Zum Glück fanden wir dann einen günstigen Parkplatz am Straßenrand und hetzten dann in die Innenstadt, da wir noch rechtzeitig zur Führung kommen wollten, die um 10.30 Uhr begann. Diese war wieder sehr informativ und Melbourne ist mit seinem vielen Cafés und Restaurants auch echt hübsch, aber Sydney hat mir mit dem Opera House und der Harbour Bridge einfach besser gefallen. Nach einem Mittagessen in der Sonne und mit Blick auf die Skyline, fuhren wir noch tanken und zur Jucy-Filiale, nahe des Flughafens, um die kleine Lucy abzugeben. Wir fuhren über eine Stunde vor Abgabezeit los, kamen aber dennoch zu spät, da so viel Verkehr war, dass der ganze Verkehr stockte. Zum Glück war die Mitarbeiterin sehr freundlich, checkte Lucys Zustand kurz und entschied, dass alles in Ordnung war. Mit einem Shuttle wurden wir dann die restlichen Kilometer zum Flughafen gebracht. Eigentlich dachten wir, dass wir dort viel Zeit hätten, da unser Flug erst um 21.35 Uhr gehen sollte, aber irgendwie verflog die Zeit dann doch und wir saßen schneller als gedacht im Flugzeug. Auch die beiden Flüge waren dann problemlos und vergingen glücklicherweise recht schnell. Pünktlich kamen wir am Hamburger Flughafen an und als wir unser Gepäck hatten, konnten wir endlich unsere Familien wieder in die Arme schließen und nach Hause fahren.

 

Die Hochs und Tiefs der Great Ocean Road

Dienstag, 02.05.2017

Nach dem ersten Tag auf der Great Ocean Road (wir fuhren von Torquay bis zum Cape Otway) waren wir doch sehr enttäuscht. So hatten wir uns die Besichtigung der Great Ocean Road nicht vorgestellt. Es regnete ständig, sodass wir gar nichts von der Landschaft sahen und wenn doch, dann haute uns das Gesehene auch nicht gerade vom Hocker. Die Temperaturen waren mit 11°C auch echt gruselig. Da freute man sich doch auf eine Nacht im Zelt. Immerhin haben wir heute zum ersten Mal wildlebende Koalas gesehen. Uns wurde im I-Site empfohlen ins Örtchen Kennett River in die Grey River Rd zu fahren und in den Bäumen nach Koalas zu schauen. Und tatsächlich – da hockten sie! Richtig süß! Auch wenn sie die meiste Zeit nur geschlafen haben. Zudem sahen wir auf dem Weg zum Lighthouse am Split Point einen Kurzschnabeligel.

Immerhin wurde unser zweiter Tag auf der Great Ocean Road besser, was an zwei Dingen lag: Besseres Wetter und schönere Sehenswürdigkeiten. Auf diesem Stück der Road kamen die ganzen Hauptattraktionen wie die Zwölf Apostel, The Grotto, The Arch, The London Bridge usw. An sich ähnelten sie sich, da alle aus gestuften, sandfarbenen Felsen bestanden, aber dennoch hatten sie alle ihre eigene Besonderheit. Durch die Sonne wurden zum Glück auch unsere Fotos ganz hübsch. Leider wurden dadurch aber auch viele andere Touristen angelockt und so war es ganz schön voll. Morgens waren wir noch etwas auf dem Great Ocean Walk spazieren gegangen, der ein Great Walk ist und von dem wir hübsche Sichten auf die Küste hatten. Abends hatten wir dann 7°C. Nah ja...wir trösteten uns damit, dass es die letzte Nacht im Zelt war.

Zwölf Apostel Zwölf Apostel Great Ocean Walk The Arch London Bridge Am Strand der Gibson Steps The Grotto Letzte Nacht im Zelt

 

Wilsons Promontory und Phillip Island

Sonntag, 30.04.2017

Am Samstag waren wir in Wilsons Promontory. Nach kurzer Fahrt im Nationalpark stießen wir auf zwei wilde Emus, die friedlich auf einer Wiese nach Fressen suchten. Sofort wurde das Handy gezückt und wir schossen ein paar Bilder von den einzigartigen, aber echt hässlichen Vögeln. Danach ging es weiter nach Tidal River, dem einzigen Fleckchen im NP, das von Menschen bewohnt ist. Dort erkundigten wir uns nach Walks und entschieden uns für einen Rundweg, der uns zum Squeaky Beach führte, welcher eine echte Wucht war! Neben dem grünen Busch ragten überall große, glatte, rötlich gefärbte Felsen hervor und im Meer gab es mehrere Inseln. Unseren Weg beendeten wir mit einem Boardwalk, auf dem wir auf ein Wombat trafen. Das sind ja pelzige, dicke Dinger! Ich war sofort total entzückt. Der Kleine hatte auch gar keine Angst vor uns und graste einfach weiter. Die Suche nach einem Campingplatz wurde dann zu einem kleinen Abenteuer. Wir wollten ursprünglich auf einem kostenlosen, aber als wir ankamen, war niemand sonst dort und wir hatten doch etwas Angst alleine zu campen. So mussten wir noch 40 Minuten bis zum nächsten Holiday Park fahren, den wir dann nicht fanden. Schließlich fanden wir einen anderen, aber die Rezeption hatte bereits geschlossen. Richtig spitze! So fuhren wir weiter und suchten und suchten, fanden aber nichts passendes, weswegen wir dann doch zu dem mit der geschlossenen Rezeption zurückfuhren mit der Hoffnung, dass uns vielleicht jemand beim Klingeln aufmachen würde. Das geschah zum Glück auch und so hatte wir eine Bleibe für die Nacht.

Wombat

Am Tag danach ging es auf einer kurzen Fahrt von 20 Minuten (sonst mussten wir immer mehr als drei Stunden fahren) zur Phillip Island, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Zunächst waren wir etwas enttäuscht vom Aussehen der Insel, da sie überhaupt nicht naturbelassen aussah. Bei unserem ersten Walk bei den „Nobbies“, einer rauen Felsenküste, an der gelegentlich Robben rasten (war bei uns nicht der Fall), war es zudem mega kalt, sodass wir das Gefühl hatten an der Ostsee im Winter zu sein. Brrrr! Wir bestaunten die Kraft mit der die Wellen an den Felsen brachen aber ansonsten gab es auch nicht viel mehr zu sehen. Unser zweiter Walk an dem Cape war da schon deutlich schöner. Es gab dort mehrere Felsenformationen, die beeindruckend aussahen und durch die leichte Steigung wurde uns auch schnell wärmer. Richtig abenteuerlich wurde es dann auf dem letzten Stück. Bewegungsfreudig wie wir sind, wollten wir die längere der beiden Optionen gehen. Leider hatte uns niemand gesagt, dass der Weg am Strand bei Flut zu einem Problem werden könnte. Erst konnten wir noch ein Stück mit unseren Wanderstiefeln gehen, dann kam das Wasser aber zu nahe und wir mussten unsere Schuhe ausziehen. Manch einer denkt sich jetzt wahrscheinlich: „So schlimm ist das doch gar nicht“. Dann kam aber erst der richtige Knüller. Durch umgefallene Bäume mussten wir weiter ins Wasser hinein, da diese den Weg versperrten. Im Sand sackte man aber stark ein, sodass unsere Kleidung plitschnass geworden wäre, wenn wir weitergegangen wären. Da wir beide keine Lust hatten umzukehren und das Wasser auch an den anderen Stellen schon höher gekommen war, überlegten wir was wir nun tun sollten. Es blieb aber nur ein Weg: Die steilen Dünen hochklettern um dem Wasser und den umgefallenen Bäumen auszuweichen und sich dann durch den australischen Busch (bloß nicht an die Spinnen und Schlangen denken) schlagen, bis es auch dort nicht weiterging. Allmählich wurden wir etwas verzweifelt. Was, wenn wir den Weg nicht fänden? Und wenn wir ihn fänden, wie lange würde das dauern? So kraxelten wir die Dünen wieder hinunter und gingen dann doch durch das Wasser. Glücklicherweise war an den Stellen der Sand nicht mehr so tief und wir kamen einigermaßen trocken durch und fanden schnell den Weg, der zum Parkplatz zurückführte. Puhh...nicht nur Kiwiland hält einige Abenteuer parat.

The Nobbies The Pinnacles

The Blue Mountains are calling

Freitag, 28.04.2017

Am Tag nach Sydney waren wir im Blue Mountains Nationalpark. Zunächst war ich nicht so motiviert, da mir der Abschied von Sydney schwer fiel und ich noch gerne ein, zwei Tage länger dort verbracht hätte. Schnell begeisterten mich dann aber die Blue Mountains mit ihrer Schönheit! Da wir nur einen Tag Zeit hatten, wollten wir natürlich die Hauptsehenswürdigkeiten besichtigen. Unser erster Stopp war in Wentworth Falls, wo wir eine Wanderung zu den gleichnamigen Wasserfällen unternahmen. Die Sichten waren schön und die Falls beeindruckend, aber es war so voll, dass wir uns zwischenzeitlich in Kolonnen vorwärts bewegen mussten. Kims und meine Planung war auch mal wieder grandios, denn an diesem Tag war der ANZAC-Day, ein australischer sowie neuseeländischer Feiertag, und viele Leute aus Sydney machten einen Ausflug in den Nationalpark.

Wentworth Falls

Nach einem Mittagessen am Straßenrand (wir kamen und mal wieder vor wie Obdachlose) schauten wie uns die Three Sisters in Katoomba an, eines der wichtigsten Heiligtümer der Aborigines. Allerdings haben mich diese drei Felsen jetzt nicht so umgehauen. Lag vielleicht auch am regnerischen Wetter.

Three Sisters

Als letztes fuhren wir dann noch nach Blackheath, wo wir eine schöne Wanderung von einem zum anderen Lookout entlang der Klippen machten. 

Blue Mountains

In den Tagen danach bis heute haben wir auch wieder viel gesehen. Wir waren hauptsächlich in Nationalparks (Royal NP, Jervis NP...), die sehr unterschiedlich aussahen und vom tiefsten Busch bis zu steilen Felsklippen reichten, und sind heute bis Lakes Entrance, einem netten Küstenörtchen am Ninety Miles Beach (so einen gab es auch schon in Neuseeland, allerdings war der nur 35km lang :D), gefahren. Jeden einzelnen Tag zu beschreiben, wäre allerdings zu aufwendig, weswegen ich nur ein paar Bilder hochlade. 

Royal NP Royal NP Jervis Bay NP Hyams Beach Ninety Miles Beach

Weltmetropole Sydney

Montag, 24.04.2017

Wahnsinn! Wir hätten nie gedacht, dass uns eine Stadt mal so begeistern würde. An sich sind wir beide ja total die Naturliebhaber und mögen große Städte eigentlich nicht so gerne, aber nach dem heutigen Tag müssen wir schon zugeben, dass Sydney einiges zu bieten hat. 

Um 10.30 Uhr sind wir zur St. Andrews Cathedral gelaufen, denn von dort starten jeden Tag kostenlose geführte Touren. Da ich sowas schon mal in London gemacht habe und es mir dort sehr gut gefallen hat, dachten wir, wir probieren das hier einfach auch mal aus. Und wir wurden auch nicht enttäuscht! Die Tour hat ca. 2 1/2 Stunden gedauert, aber die Zeit ging sehr schnell um. Unser Guide ist mit uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gegangen und hat uns deren und Sydneys Geschichte auf eine humorvolle und interessante Weise erzählt, sodass es nie langweilig wurde zuzuhören. An Gebäuden war alles dabei. Sowohl "alte" Bauten wie die St Mary's Cathedral oder das Einkaufszentrum Queen Victoria Building als auch moderne Konstruktionen wie der Sydney Tower, der mit seinen 309m das höchste Gebäude Sydneys ist, wurden uns vorgestellt. Aber auch lustige Skulpturen wie Our Talking Dog, ein sprechender Hund, der das Lieblingstier Queen Victorias darstellt, und das Wildschwein Il Porcellino, dem man die Nase reiben und anschließend Geld ins Wasserbecken als Spende für ein Krankenhaus werfen muss (soll angeblich Glück bringen), konnten wir bewundern. Die Wahrzeichen Sydneys, die Harbour Bridge und das Opera House durften natürlich auch nicht fehlen. Nach der Tour fühlten wir uns gut informiert und erkundeten noch etwas auf eigene Faust die Gegend. Den Sonnenuntergang genossen wir im botanischen Garten von dem wir einen schönen Blick auf die City, die Harbour Bridge und das Opera House hatten. Danach gingen wir direkt am Hafen in ein Restaurant und genossen unseren Beef-Burger, den mein Vater uns spendierte (Vielen Dank Papa!). Von unserem Platz konnten wir beobachten wie es immer dunkler wurde und die Lichter der Stadt angingen. Nachdem wir auch davon noch ein paar Fotos gemacht hatten, gingen wir zurück zum Hostel. Nun nutzen wir noch ein bisschen Wlan, denn die nächsten Tage werden wir wieder campen. Morgen werden wir in die Blue Mountains, einem Nationalpark westlich von Sydney, fahren und danach geht es entlang der Küste nach Melbourne. Eigentlich hatten wir noch ins Innenland in einen Nationalpark nahe Thredbo fahren wollen, aber das wird wahrscheinlich nichts, da es dort momentan schneit. Stattdessen wollen wie ein Stück der Great Ocean Road folgen, bevor wir nächste Woche Donnerstag nach Hause fliegen.

Wir vor der Harbour Bridge Opera House

Ein Nationalpark jagt den nächsten

Sonntag, 23.04.2017

"Jagd" ist vielleicht etwas heftig formuliert, aber Kim und ich fühlen uns doch ein wenig gestresst. Ich weiß, dass ist ein Luxusproblem. Schließlich haben wir uns das ja so ausgesucht, aber es ist schon anstrengend jeden Tag so viel fahren zu müssen. Wir müssen auch die ganze Zeit abwägen was wir am liebsten anschauen würden, denn für die meisten Sachen haben wir leider gar keine Zeit.

Am Freitag haben wir uns den Dorrigo Nationalpark angeschaut, der uns von mehreren Personen sehr ans Herz gelegt wurde. Anders als der küstennahe Yuraygir NP, umfasst der Dorrigo einen vielfältigen Regenwald mit einigen Wasserfällen. Wir sind zunächst zum Rainforest Centre gefahren um uns über die Walks zu informieren und haben dann gleich den vor Ort gewählt. Dieser führte uns zunächst auf einen 75m langen Skywalk, von dem man einen tollen Blick auf den NP und das dahinterliegende Meer hatte. Diese Weite hier in Australien ist schon was Besonderes. Das hatten wir so in Neuseeland nicht. Der ca. zweistündige Rundweg führte uns dann durch einen Regenwald, wie man sich ihn immer vorstellt. Die Luft war auch total feucht. Überall hingen Lianen und in sich verschlungene Äste herum, viele Bäume waren von Moosen bewachsen und überall hörten wir das Zwitschern der unterschiedlichsten Vögel. Generell hören und sehen wie hier in Australien viel mehr Vögel als in Neuseeland. Das hätten wir gar nicht so erwaret, da Neuseeland ja eigentlich das "Vogel"-Land ist. Wahrscheinlich sterben dort die Vögel alle aus, da einige nicht fliegen können und nun von Hunden, Katzen sowie Opossums getötet werden. Sehr schade! Auf unserem Weg kamen wir auf an zwei Wasserfällen vorbei. Bei den Crystal Shower Falls konnten wir sogar hinter den Wasserfall gehen und durch ihn hindurch auf den Regenwald schauen. Abends sind wir dann noch nach Port Macquarie gefahren, wo wir auch übernachtet haben.

  Kim und dir Tristania Falls Purer Regenwald Ich bei den Crystal Shower Falls

In Port Macquarie hatten wir nach einem kleinen Einkauf dann erst mal den Schock unseres Lebens. Unsere Lucy wollte nicht mehr angehen! Wir konnten den Schlüssel zwar einstecken, aber ihn nicht umdrehen, sodass die Zündung anspringen konnte. Völlig verzweifelt schalteten wir in den Gängen rum (Lucy ist ein Automatikwagen) und probierten den Schlüssel immer und immer wieder umzudrehen, aber nichts wollte funktionieren. Zum Glück kam dann nach einer Weile ein netter Australier, der uns half. Anscheinend darf man Automatikwagen nicht in bestimmte Gänge schalten, bevor man sie ausmacht. Lucy darf beispielsweise nicht auf neutral gestellt sein. Glücklich, dass doch noch alles glimpflich abgelaufen ist, haben wir dann an der Küste Port Macquaries einen wunderschönen Walk mit super Sichten auf die kleinen Buchten des Miners und des Shelly Beaches gemacht. Herrlich war auch, dass dort so wenig andere Leute unterwegs waren. Danach fuhren wir noch in das Koala-Hospital. Richtig klasse, einige Tierärzte und Tierliebhaber haben sich zusammengeschlossen und retten Koalas, die von Autos angefahren oder von Hunden angegriffen wurden, indem sie sie verarzten und dann in dem Hospital regenerieren lassen. Wenn die Tiere wieder fit sind, wildern sie sie wieder aus. Als Besucher kann man das Hospital kostenlos erkunden, aber kleine Spenden sollte meiner Meinung nach jeder bereit sein zu geben, denn die Leute dort leisten einen tollen Job! 

  Kims künstlerische Ader

Am Sonntag hatten wir dann einen perfekten Morgen. Die Nacht hatten wir auf einen Campingplatz in Hawks Nest verbracht, auf dem wir von Mücken zerstochen worden waren. So hatten wir uns entschieden irgendwo anders zu frühstücken. Wir fuhren also zum Strand und genossen vor einer grandiosen Kulisse (für uns der bisher schönste Strand) den Sonnenaufgang. Das Highlight waren dann noch ein paar Delfine, die nahe am Strand an uns vorbeischwammen und sogar einige Wellen geritten sind. Sowas habe ich zuvor noch nie in freier Wildbahn gesehen. Richtig atemberaubend! Danach haben wir dann noch den bisher schönsten Walk in Australien gemacht. In der Nähe von Hawks Nest sind wir dem Yabacca Headland Walk auf einen alten Vulkan gefolgt, von dem wir einzigartige Sichten hatten. Wir konnten sogar in weiter Ferne (95km Distanz) den Berg ausmachen, auf dem wir am Tag davor bei einem Lookout ebenfalls die Landschaft betrachtet hatten. Einfach gigantisch! Nachmittags waren wir dann noch in einem kleinen Zoo in Newcastle, in dem wir die typischen Tiere Australien bestaunen konnten. Auch das war eine schöne Erfahrung. Abends kamen wir dann in Sydney an und morgen wollen wir uns die Stadt anschauen. 

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