Weltmetropole Sydney

Montag, 24.04.2017

Wahnsinn! Wir hätten nie gedacht, dass uns eine Stadt mal so begeistern würde. An sich sind wir beide ja total die Naturliebhaber und mögen große Städte eigentlich nicht so gerne, aber nach dem heutigen Tag müssen wir schon zugeben, dass Sydney einiges zu bieten hat. 

Um 10.30 Uhr sind wir zur St. Andrews Cathedral gelaufen, denn von dort starten jeden Tag kostenlose geführte Touren. Da ich sowas schon mal in London gemacht habe und es mir dort sehr gut gefallen hat, dachten wir, wir probieren das hier einfach auch mal aus. Und wir wurden auch nicht enttäuscht! Die Tour hat ca. 2 1/2 Stunden gedauert, aber die Zeit ging sehr schnell um. Unser Guide ist mit uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gegangen und hat uns deren und Sydneys Geschichte auf eine humorvolle und interessante Weise erzählt, sodass es nie langweilig wurde zuzuhören. An Gebäuden war alles dabei. Sowohl "alte" Bauten wie die St Mary's Cathedral oder das Einkaufszentrum Queen Victoria Building als auch moderne Konstruktionen wie der Sydney Tower, der mit seinen 309m das höchste Gebäude Sydneys ist, wurden uns vorgestellt. Aber auch lustige Skulpturen wie Our Talking Dog, ein sprechender Hund, der das Lieblingstier Queen Victorias darstellt, und das Wildschwein Il Porcellino, dem man die Nase reiben und anschließend Geld ins Wasserbecken als Spende für ein Krankenhaus werfen muss (soll angeblich Glück bringen), konnten wir bewundern. Die Wahrzeichen Sydneys, die Harbour Bridge und das Opera House durften natürlich auch nicht fehlen. Nach der Tour fühlten wir uns gut informiert und erkundeten noch etwas auf eigene Faust die Gegend. Den Sonnenuntergang genossen wir im botanischen Garten von dem wir einen schönen Blick auf die City, die Harbour Bridge und das Opera House hatten. Danach gingen wir direkt am Hafen in ein Restaurant und genossen unseren Beef-Burger, den mein Vater uns spendierte (Vielen Dank Papa!). Von unserem Platz konnten wir beobachten wie es immer dunkler wurde und die Lichter der Stadt angingen. Nachdem wir auch davon noch ein paar Fotos gemacht hatten, gingen wir zurück zum Hostel. Nun nutzen wir noch ein bisschen Wlan, denn die nächsten Tage werden wir wieder campen. Morgen werden wir in die Blue Mountains, einem Nationalpark westlich von Sydney, fahren und danach geht es entlang der Küste nach Melbourne. Eigentlich hatten wir noch ins Innenland in einen Nationalpark nahe Thredbo fahren wollen, aber das wird wahrscheinlich nichts, da es dort momentan schneit. Stattdessen wollen wie ein Stück der Great Ocean Road folgen, bevor wir nächste Woche Donnerstag nach Hause fliegen.

Wir vor der Harbour Bridge Opera House

Ein Nationalpark jagt den nächsten

Sonntag, 23.04.2017

"Jagd" ist vielleicht etwas heftig formuliert, aber Kim und ich fühlen uns doch ein wenig gestresst. Ich weiß, dass ist ein Luxusproblem. Schließlich haben wir uns das ja so ausgesucht, aber es ist schon anstrengend jeden Tag so viel fahren zu müssen. Wir müssen auch die ganze Zeit abwägen was wir am liebsten anschauen würden, denn für die meisten Sachen haben wir leider gar keine Zeit.

Am Freitag haben wir uns den Dorrigo Nationalpark angeschaut, der uns von mehreren Personen sehr ans Herz gelegt wurde. Anders als der küstennahe Yuraygir NP, umfasst der Dorrigo einen vielfältigen Regenwald mit einigen Wasserfällen. Wir sind zunächst zum Rainforest Centre gefahren um uns über die Walks zu informieren und haben dann gleich den vor Ort gewählt. Dieser führte uns zunächst auf einen 75m langen Skywalk, von dem man einen tollen Blick auf den NP und das dahinterliegende Meer hatte. Diese Weite hier in Australien ist schon was Besonderes. Das hatten wir so in Neuseeland nicht. Der ca. zweistündige Rundweg führte uns dann durch einen Regenwald, wie man sich ihn immer vorstellt. Die Luft war auch total feucht. Überall hingen Lianen und in sich verschlungene Äste herum, viele Bäume waren von Moosen bewachsen und überall hörten wir das Zwitschern der unterschiedlichsten Vögel. Generell hören und sehen wie hier in Australien viel mehr Vögel als in Neuseeland. Das hätten wir gar nicht so erwaret, da Neuseeland ja eigentlich das "Vogel"-Land ist. Wahrscheinlich sterben dort die Vögel alle aus, da einige nicht fliegen können und nun von Hunden, Katzen sowie Opossums getötet werden. Sehr schade! Auf unserem Weg kamen wir auf an zwei Wasserfällen vorbei. Bei den Crystal Shower Falls konnten wir sogar hinter den Wasserfall gehen und durch ihn hindurch auf den Regenwald schauen. Abends sind wir dann noch nach Port Macquarie gefahren, wo wir auch übernachtet haben.

  Kim und dir Tristania Falls Purer Regenwald Ich bei den Crystal Shower Falls

In Port Macquarie hatten wir nach einem kleinen Einkauf dann erst mal den Schock unseres Lebens. Unsere Lucy wollte nicht mehr angehen! Wir konnten den Schlüssel zwar einstecken, aber ihn nicht umdrehen, sodass die Zündung anspringen konnte. Völlig verzweifelt schalteten wir in den Gängen rum (Lucy ist ein Automatikwagen) und probierten den Schlüssel immer und immer wieder umzudrehen, aber nichts wollte funktionieren. Zum Glück kam dann nach einer Weile ein netter Australier, der uns half. Anscheinend darf man Automatikwagen nicht in bestimmte Gänge schalten, bevor man sie ausmacht. Lucy darf beispielsweise nicht auf neutral gestellt sein. Glücklich, dass doch noch alles glimpflich abgelaufen ist, haben wir dann an der Küste Port Macquaries einen wunderschönen Walk mit super Sichten auf die kleinen Buchten des Miners und des Shelly Beaches gemacht. Herrlich war auch, dass dort so wenig andere Leute unterwegs waren. Danach fuhren wir noch in das Koala-Hospital. Richtig klasse, einige Tierärzte und Tierliebhaber haben sich zusammengeschlossen und retten Koalas, die von Autos angefahren oder von Hunden angegriffen wurden, indem sie sie verarzten und dann in dem Hospital regenerieren lassen. Wenn die Tiere wieder fit sind, wildern sie sie wieder aus. Als Besucher kann man das Hospital kostenlos erkunden, aber kleine Spenden sollte meiner Meinung nach jeder bereit sein zu geben, denn die Leute dort leisten einen tollen Job! 

  Kims künstlerische Ader

Am Sonntag hatten wir dann einen perfekten Morgen. Die Nacht hatten wir auf einen Campingplatz in Hawks Nest verbracht, auf dem wir von Mücken zerstochen worden waren. So hatten wir uns entschieden irgendwo anders zu frühstücken. Wir fuhren also zum Strand und genossen vor einer grandiosen Kulisse (für uns der bisher schönste Strand) den Sonnenaufgang. Das Highlight waren dann noch ein paar Delfine, die nahe am Strand an uns vorbeischwammen und sogar einige Wellen geritten sind. Sowas habe ich zuvor noch nie in freier Wildbahn gesehen. Richtig atemberaubend! Danach haben wir dann noch den bisher schönsten Walk in Australien gemacht. In der Nähe von Hawks Nest sind wir dem Yabacca Headland Walk auf einen alten Vulkan gefolgt, von dem wir einzigartige Sichten hatten. Wir konnten sogar in weiter Ferne (95km Distanz) den Berg ausmachen, auf dem wir am Tag davor bei einem Lookout ebenfalls die Landschaft betrachtet hatten. Einfach gigantisch! Nachmittags waren wir dann noch in einem kleinen Zoo in Newcastle, in dem wir die typischen Tiere Australien bestaunen konnten. Auch das war eine schöne Erfahrung. Abends kamen wir dann in Sydney an und morgen wollen wir uns die Stadt anschauen. 

Yuraygir Nationalpark

Donnerstag, 20.04.2017

Nach einer frühmorgendlichen Runde joggen (wir stehen jetzt immer um sechs Uhr auf, da wir abends schon so früh ins Bett gehen) hieß es wieder: "Ab ins Auto und ab die Post". Als erstes sind wir ins Iluka Reserve gefahren, denn man sollte vom Bluff Lookout eine tolle Sicht auf die Küste und den Nationalpark haben. Dort angekommen, konnte man allerdings nur auf die Küste schauen, denn die Bäume versperrten jegliche Sicht auf den Park. Etwas enttäuscht fuhren wir weiter zum Yuraygir Nationalpark, der alles wieder wettmachte! Die Küste war ein Traum, aber auch der Wald war einfach wunderschön. Richtig so wie man sich Australien vorstellt - knorrige Bäume und roter Sand. Was aber sehr frech war, war dass man fürs Parken 8$ bezahlen musste. Das war uns zu blöd, weswegen wir es gelassen haben. Hoffentlich wurden wir nicht aufgeschrieben und müssen noch Strafe zahlen. Auf dem Rückweg kamen wir an mehreren Kängurus (dieses Mal auch größere :D) vorbei, die einfach auf irgendwelchen Wiesen gegrast haben. Im Gegensatz zu ihren kleinen Verwandten waren sie auch nicht so scheu. Völlig begeistert haben wir sofort am Straßenrand gehalten und wie die klassischen Touris erst mal ganz viele Bilder geschossen und versucht, die Tiere auf uns aufmerksam zu machen um auch ja das perfekte Bild zu knipsen. Ein voller Erfolg! Leider sind die Bilder nur auf der Kamera. Ich werde mal schauen ob ich sie hier doch noch einfügen kann. Übernachten werden wir heute in Coffs Harbour. Für unser Abendessen waren wir das erste Mal hier beim Aldi einkaufen und sind völlig begeistert, dass der auchso günstig in Australien ist. Vielleicht wird da doch noch das ein oder andere Eis für uns rausspringen ;)

Typisch australisch oder?

(Wer sich wundert, dass Kim auf keinem der Bilder ist: Sie hat mir ihre noch nicht geschickt)

Shoppen, kleine Kängurus und Byron Bay

Mittwoch, 19.04.2017

Am Dienstag haben wir dann unser Auto, die kleine Lucy, abgeholt. Es handelt sich um einen weißen Fiat Punto und bisher sind wir sehr zufrieden. Alles ist so viel neuer als bei Primo :D. 

Dann ging es erst mal an die Gold Coast. Und ihr glaubt nicht was unsere erste Tat war - Shoppen! Und dieses Mal haben wir uns ganz gegen unser übliches Motto sogar mal was gekauft und zwar zwei Jeans. Wir sind sehr stolz auf uns. Shoppen hat auch richtig Spaß gemacht, da es hier in Australien auch die normalen Läden wie in Deutschland gibt, was in Neuseeland nicht der Fall war. In Surfers Paradise sind wir noch schnell an den Strand gegangen. Der Kontrast von den Hochhäusern und dem Strand war klasse! Generell ist Australien so ganz anders als Neuseeland, was uns gut gefällt. Die Abwechslung macht es aus. Dann ging es schnell zum Lamington Nationalpark, wo wir unsere Nacht gebucht hatten. Allerdings war es bei unserer Ankunft schon dunkel, sodass das Zeltaufbauen eine kleine Herausforderung wurde. Zum Glück gab es einen Unterstand mit Licht, wo wir kochen und essen konnten. Auf dem Weg zurück zum Zelt haben wir dann ein Opossum gesehen, das gar keine Angst vor uns hatte. Am Morgen wurden wir dann vom Gurren der Truthähne wach, die über den Platz streiften und nach Futter suchten. Um noch was vom Park zu sehen, haben wir eine Wanderung zu einem Lookout gemacht, der uns einen schönen Blick auf die Weite des Nationalparks geboten hat. Auf dem Weg haben wir sogar kleine Kängurus gesehen, die durchs Gebüsch gehüpft sind. Richtig niedlich, aber sehr scheu! 

Gold Coast Lamington NPBellbird Lookout

Nachmittags ging es dann nach Byron Bay. Der Ort war sehr überfüllt, aber oben am Cape mit dem Leuchtturm war es sehr schön. Unser Campingplatz war sehr interessant, denn dieser war Bestandteil eines Rugbyfeldes. Nah ja gut...War vielleicht nicht so schön, aber ja auch nur für eine Nacht. Generell wollen wir jetzt eigentlich nur noch zelten, mal abgesehen von den großen Städten wie Sydney und Melbourne. Leider wird es immer bereits gegen 18 Uhr dunkel. Bisher war zum Glück überall etwas Licht, sodass wie immer noch was machen konnten. Hoffentlich bleibt das auch so. 

Byron Bay Cape

Adieu Neuseeland, Hallo Australien

Montag, 17.04.2017

Ich weiß, in letzter Zeit gab es nicht so viele Einträge, aber ich wusste auch nicht so recht was ich berichten sollte. Die Tage mit Mike und die danach bei Karima waren nett und wir hatten ausreichend Zeit noch ein paar Dinge für den Flug zu erledigen und zu packen. Zum Glück hat all unser Gepäck in unsere Backpacks gepasst (Wir hatten ja so unsere Zweifel). Nach einem letzten Spaziergang im One Tree Hill Domain, einem schönen Stadtpark in der Nähe von Karimas Haus, verabschiedeten wir uns von dem allmählich herbstlich gewordenen Neuseeland. Mit dem Flug klappte dann alles gut und wir kamen sogar eine halbe Stunde früher als erwartet in Brisbane an. Da wir erst gegen 21 Uhr im Hostel waren, gingen wie nur noch schnell zu McDonalds um etwas in den Magen zu bekommen, checkten die Wlan-Lage und fielen müde ins Bett (Reisen schlaucht ganz schön!)

Heute haben wir dann die Stadt unsicher gemacht. Wir sind am Fluss in einem schönen Park entlangegangen, sind mit dem City Hopper, einer kostenlosen (immer sehr willkommen) Fähre, durch die Gegend gefahren, haben in der Edward Street geshoppt (wieder nach dem Motto: Nur gucken, nicht kaufen) und sind dann nachmittags noch in einem öffentlichen sowie kostenlosen (herrlich) Schwimmbad baden gegangen. Mit Sicht auf die Hochhäuser Brisbanes! Das hat man auch nicht alle Tage. Wir können jeweils sagen, dass uns die Stadt positiv überrascht hat. Die meisten, mit denen wir über unsere Australienreise gesprochen hatten, meinten immer, dass Brisbane nicht schön sei, aber im Vergleich zu den neuseeländischen Städten finden wir Brisbane echt ganz hübsch. Was hier ebenfalls ganz schön ist, ist dass es abends noch recht mild ist. In Neuseeland hat man ab einer bestimmten Uhrzeit immer draußen gefroren. Leider ist es hier schon gegen 18 Uhr dunkel, weswegen campen etwas blöd ist, aber nah ja. Morgen holen wir unser gemietetes Auto ab, fahren dann zur Gold Coast und danach zum Springbrook Nationalpark, wo wir auch übernachten (hoffentlich lassen uns die Spinnen und Schlangen am Leben). Wir sind sehr gespannt wie es so wird. 

  Kimi am Turnen

Bye, Bye Primo

Montag, 10.04.2017

Die letzten Tage bei Sharon und Shayne waren, wie alle anderen auch, total super. Wir haben viel gebacken, da Sharon von unserem Apfelkuchen so begeistert war. Zum Abschied haben wir den beiden auch einen Apfelkuchen mit Herzchen drauf geschenkt. Beide haben sich sehr gefreut. Ich glaube, sie mochten uns auch und hatten uns gerne bei sich. Am Samstagmorgen haben wir dann noch ein paar Abschiedsbilder gemacht, bevor wir losgefahren sind. Ich denke, wir werden die beiden und ihre ganzen verrückten Tiere vermissen! 

Helena und ich Kim und Spider

Für Primo mussten wir dann erst einmal etwas Öl kaufen, da er im Laufe der Zeit ein bisschen verloren hatte. Dann ging es nach Auckland, wo wir Cashdealern unser Gas und die Tarp verkauft sowie unsere Sachen bei Karima (Kims Bekannter, zu der wir die letzten Tage in Neuseeland fahren) gelassen haben. Unser Weg führte uns dann in unser letztes Hostel in Neuseeland nach Whitianga auf der Coromandel Peninsula. Da wir erst abends ankamen, machten wir uns nur noch was zu essen und gingen dann schlafen. Am nächsten Tag wollten wir uns den Hot Water Beach und die Cathedral Cove anschauen, aber letzteres wurde gesperrt, da der Weg dorthin aufgrund des vielen Regens zum Teil weggespült wurde. Das fanden wir sehr schade, denn wir hätten uns die Cathedral Cove sehr gerne angeschaut. Nah ja...So fuhren wir also zum Hot Water Beach. Dort war es super witzig, denn überall hatten sich Leute mit Schaufeln Löcher gebuddelt um im warmen Wasser zu liegen. Wir hatten keine Schaufel und gingen deswegen nur mit unseren Füßen in vorgebuddelte Löcher hinein. Huihh....Das war teilweise ganz schön heiß! Danach machten wir eine Wanderung am Shakespeare Cliff. Leider war der Himmel sehr wolkenverhangen, weswegen die Bilder nicht so schön aussehen. 

  Da kriegt man heiße Füße Lonely Bay auf der Wanderung Shakespeare Cliff

Nach der Wanderung fuhren wir zu Mike. Wir waren ja wirklich gespannt ihn wieder zu sehen. Als wir auf seine Auffahrt rollten, mussten wir aber erst einmal feststellen, dass er gar nicht da war. Okay...Nun gut, optimistisch wie wir sind, dachten wir, dass er bestimmt bald kommen würde und wir solange auf der Veranda warten könnten. Und so verstrich immer mehr Zeit, bis er irgendwann um 19 Uhr kam und wir vier Stunden gewartet hatten. Das fand ich ja nicht so toll. Er hätte uns wenigstens mal Bescheid sagen können. Immerhin wurde es dann noch ein sehr schöner Abend, an dem wir uns viel über unsere Reise unterhielten. Es war sowieso ein ganz ulkiges Gefühl, denn es schien als wären wir nie weg gewesen. Mike war so wie immer, sodass wie gar nicht glauben konnten, ihn das letzte Mal im November gesehen zu haben. Wie die Zeit doch vergeht. 

Heute Morgen sind wir dann nach Thames gefahren um unser Auto zurückzubringen. Wir hatten ja ein bisschen Schiss, dass der Mechaniker aus irgendeinem Grund Primo doch nicht zurücknehmen würde, aber alle Sorgen waren mal wieder umsonst und der gute alte Primo ist nun wieder bei seinem früheren Besitzer und wir um 1000$ reicher. Nach einem Einkauf und einem Besuch bei Mikes Freund Gordon, gab es für uns Mittagessen. Eben haben wir noch mit Mikes Hund einen Strandspaziergang gemacht und jetzt genießen wir die Sonne auf seiner Veranda. Heute Abend gehen wir mit Mike essen und morgen steht etwas Gartenarbeit an, bevor wir dann am Mittwoch zu Karima fahren werden. 

Was für eine schöne Zeit

Samstag, 01.04.2017

Wir verbringen hier bei Shayne und Sharon echt eine tolle Zeit. Wir haben total den "Wohlfühl-Modus" an. Die beiden geben einem aber auch wirklich das Gefühl willkommen und ein Teil der Familie zu sein. Für mich persönlich war das bisher in keiner anderen helpx-Familie so intensiv. 

Am Dienstag hatten wir unseren zweiten freien Tag. Wir wollten diesen natürlich auch dafür nutzen uns die Gegend noch etwas anzugucken. So fuhren wir an die Tutukaka Coast in die wunderschöne Matapouri Bay, die einem schon fast ein paradisisches Gefühl gab. Wir wollten einen zweistündigen Walk machen. Selbstbewusst marschierten wir am Strand auf einen Weg am Ende der Bucht zu, kletterten den Berg hinauf und liefen ein Stück durch Jungle bis wir nicht mehr weitergehen konnten. Wir hatten den Jungle verlassen, standen auf den Klippen und schauten hinab aufs Meer. "Nah toll, wo soll man hier bitte weitergehen? Der Weg ist ja mal wieder klasse ausgeschildert!" Das waren so unsere Gedanken. Nachdem wir etwas ratlos in der Gegend rumgeschaut hatten, kam ein Paar, das wir nach dem Weg fragten. Dabei kam heraus, dass der Weg dort gar nicht langführte, sondern wir eine andere Abzweigung in der Bucht hätten nehmen müssen. Brilliant! So mussten wir den kompletten Weg wieder zurückgehen. Immerhin konnten wir uns die Mermaid Pools anschauen, in denen mehrere Leute badeten. Das war schon ein echt cooles natürliches Schwimmbecken. In der Bucht angekommen fanden wir auch sofort den richtigen Weg. Der hatte nämlich ein großes Schild am Anfang stehen. Okay...War wohl unsere eigene Schuld, dass wir den falschen Weg gelaufen sind. Es wurde dann noch ein schöner Walk mit tollen Sichten auf die Küste. In der Bucht wieder angekommen, sind wir erst mal schwimmen gegangen. Was für eine herrliche Abkühlung bei dem warmen Wetter! Danach sind wie ein Stück weiter gefahren, südlich des Ortes Tutukaka. Dort wollten wir uns auf einem anderen Walk den zweitgrößten Kauribaums Neuseelands "Tane Moana" anschauen. Der Weg war nicht so spannend, dafür der Baum aber sehr beeindruckend mit seinem 11m Umfang. Große Bäume haben doch etwas Magisches an sich...

Matapouri Bay Tutukaka Coast Mermaid Pools Tane Moana

Die anderen Tage wühlten wir wieder im Garten. Nachmittags durften wir immer noch mit den beiden Jungpferden Helena und Spiderman arbeiten. Zwar konnten wir nicht reiten, aber führen. Das hat immer viel Spaß gemacht. Vor allem zu sehen wie die beiden Fortschritte machen, war ein tolles Gefühl. 

Gestern hatten wir dann wieder frei, da Sharon morgens weg musste. Vormittags haben wir Äpfel eingekocht und einen super leckeren Apfelkuchen gebacken, den Sharon heute leider schon eingefroren hat. So konnten wir nur gestern ein Stück essen, aber wir wollen nochmal einen neuen backen. Nachmittags ging es in eine nähergelegende Bucht, die wir komplett für uns alleine hatten. Es war so idyllisch dort! Natürlich sind wir auch wieder schwimmen gegangen und haben unsere Joggingeinheit am Strand absolviert. Der einzige Nachteil an dem Ausflug: Wir mussten eine mörderische Gravelroad entlangfahren. Mörderisch war sie vielleicht nicht, aber sehr, sehr schmal und kurvig. Wir sahen schon einen nächsten Unfall passieren, denn es erinnerte alles so an unseren Autounfall in Coromandel. Zum Glück ist alles gut gegangen und uns ist auf der gesamten Fahrt nur ein einziges Auto entgegengekommen. 

Nun sind wir bereits im Monat April angekommen. Unsere Tage in Neuseeland sind gezählt. In 16 Tagen fliegen wir nach Australien. Jetzt verbringen wir aber erst einmal noch ein paar schöne Tage auf Highridge Escape.

Highridge Escape - Wo der Garten ruft

Sonntag, 26.03.2017

Am Montag bauten wir schnell unser Zelt ein letztes Mal zusammen und fuhren dann zu den Giant Sand Dunes Te Paki, die etwas südlich des Cape Reingas liegen. Dort gingen wir ein bisschen auf den wirklich riesigen Dünen spazieren. Damit war das Workout des Tages auch schon mal erledigt. Es waren auch andere Leute dort, die mit Boards die Dünen hinuntersausten. Das sah nach viel Spaß aus, aber wir waren natürlich mal wieder zu geizig so ein Brett auszuleihen. 15$ für ein aus dem Supermarkt für 20$ gekauftes Brett, fanden wir dann doch etwas frech. 

  Ganz schön hoch

Dann erwartete uns mal wieder eine längere Autofahrt bis wir am späten Nachmittag auf der Hobbyfarm "Highridge Escape" ankamen. Wir wurden sofort herzlich von Sharon begrüßt, die uns unser kleines Cottage mit Schlaf- sowie Badezimmer (Kim atmete erleichtert auf, so muss sie nicht immer nachts durch den dunklen Garten laufen um zur Toilette zu gelangen) und den Hof zeigte. Alles wirkte sehr gepflegt und aufgeräumt (eher eine Seltenheit in Neuseeland), was uns schon mal sehr erfreute. Der Garten ist wirklich riesig und mit den vielen Blumen echt hübsch. Neben dem Ehepaar leben auch viele verschiedene Tiere wie Pferde, Kühe, Schafe, Lamas, eine Katze sowie eine Ente namens Dude, hier. Ein kleines Idyll. Wir halfen Sharon dann auch gleich beim Abendessen, einer leckeren Quiche und zum Dessert Apfelmus mit Müsli. Herrlich mal wieder vernünftiges Essen zu bekommen! Die Portionen sind im Vergleich zu Frankies auch echt reichlich. Angst abzunehmen müssen wir hier nicht haben. In den darauffolgenden Tagen standen wir immer entspannt gegen halb neun auf und arbeiteten dann mehrere Stunden im Garten. Wir lernten besonders ein Feld mit Palmen zu lieben, da es sehr viel Spaß macht unter all die Blätter zu kriechen um an Unkraut heranzukommen und dabei schön dreckig zu werden und möglichst viele Krabbelviecher in die Haare zu bekommen. Wirklich spitzen Aufgabe! Andere Beete vom Unkraut zu befreien, war dagegen ein Kinderspiel und machte schon beinahe etwas Spaß (Mama, bitte vergiss den letzten Satz gleich wieder). Ansonsten halfen wir immer beim Abendessen mit, putzten die Pferde, sammelten Früchte, trieben Kühe von einer zur anderen Weide und bürsteten den Hund Tui, dem wir auch gleich einen neuen Haarschnitt verpassten. Die Hunde sind sowieso der Knüller. Missy ist eine ganz liebe und Tui ist einfach nur crazy. Sie grunzt immer wie so ein Schwein und läuft ständig mit einem Stein oder einer Zitrone im Maul durch die Gegend. Beim Spazierengehen und Joggen haben uns die beiden immer begleitet. Heute war im Vergleich zu den anderen Tagen eher ein easy going Tag, da es regnete und wir nur etwas im Haus machen konnten. Schade, leider keine Gartenarbeit. Freizeit haben wir ansonsten gar nicht so oft, sondern sind meist von morgens bis abends beschäftigt. Am Donnerstag hatten wir dafür frei und sind in die nächstgelegene Stadt Whangarei gefahren und haben uns dort den Hafen sowie die Wasserfälle angeschaut. Auch einen Kauriwald, mit den größten Bäumen Neuseelands, konnten wir besichtigen. Es waren zwar nicht die größten ihrer Art, aber dennoch haben uns die Bäume sehr imponiert. Wir hoffen, dass sich das Wetter in den nächsten Tagen verbessert und wir auch mal an einen der nahe liegenden Strände fahren können. Gestern Abend waren wir mit Sharon und ihrer Enkeltochter noch bei einem Community Dinner, wo sich die Locals getroffen haben. Erst hatten wir ja echt keine Lust, da wir dachten, dass sich sowieso niemand mit uns unterhält, aber dadurch dass Sharon bei uns saß, kamen dann doch einige und der Abend wurde ganz nett. Generell kann man jedenfalls sagen, dass es uns hier wirklich gefällt. Sharon und Shayne sind super lieb und loben uns auch immer für unsere Arbeit. Man kann auch gut mit ihnen lachen, da die beiden viel Humor haben. Wir sind jedenfalls froh hier gelandet zu sein.

Unser Cottage Ein Teil des Gartens Kim nascht Beeren

Crazy Tui vor dem Fellschneiden Crazy Tui nach dem Fellschneiden Whangarei Harbour Whangarei Falls

Am "fast" nördlichsten Punkt Neuseelands

Sonntag, 19.03.2017

Nachdem wir am Freitag den gesamten Tag im Auto saßen, um vom Tongariro Nationalpark ins Northland zu kommen, (natürlich standen wir bei Auckland auch erst mal schön im Stau; war ja auch eine echt clevere Idee an einem Freitagnachmittag durch die größte Stadt Neuseelands zu fahren), und einen entspannten Tag in Ahipara verbracht haben, sind wir am Sonntag zum Cape Reinga, dem "fast" nördlichsten Punkt Neuseelands gefahren. Wahrscheinlich wundert ihr euch über die merkwürdige Bezeichnung. Es ist so, dass die meisten Leute denken, dass das Cape Reinga mit seinen hübschen Leuchtturm und dem Pazifik sowie der Tasman Sea, die dort aufeinander treffen, den nördlichsten Punkt darstellt. Das stimmt aber gar nicht, denn der nördlichste Punkt Neuseelands ist das sogenannte North Cape (äußerst einfallsreicher Name), welches etwas östlicher als Cape Reinga liegt und schwieriger zu erreichen ist. Das ist den meisten aber egal und ich kann auch verstehen wieso, denn am Cape Reinga fühlt man sich wirklich wie am Ende von allem. Überall wo man hinsieht, ist das strahlend blaue Meer. Wir hatten mal wieder Glück mit dem Wetter und so steuerten die intensiven Farben noch zu diesem besonderen Gefühl bei. Für die Maori ist es auch ein heiliger Ort. Nach ihrem Glauben, wandern die Seelen der Toten zum Cape Reinga um dort die Erde zu verlassen. 

  Cape Reinga So weit von allem entfernt

Nach der Besichtigung fuhren wir zu unserer Unterkunft. Ein Campingplatz in der Tapotapotu Bay, die in der Nähe des Capes liegt. Das letzte Mal campen in Neuseeland stand an! Yeah! Kim hat noch einen Spaziergang gemacht, während ich es mir mit meinem Hörbuch am Strand in der Sonne bequem gemacht habe und zwischendurch ins Wasser gehüpft bin, da es so heiß war. Beim Kochen mit unserem Campingkocher haben wir resigniert festgestellt, dass wir viel zu viel Gas gekauft haben. Wir haben noch eine halbvolle und zwei komplett volle Flaschen. Voll blöd, aber wer kann den ahnen, dass diese Dinger so ewig halten? (Zur Info, wir hatten am Anfang unserer Reise vier Flaschen gekauft.) Wahrscheinlich können wir sie nicht mal mit nach Australien nehmen, da das verboten ist. Hoffentlich finden wir noch einen Abnehmer um ein bisschen Geld dafür wiederzubekommen. Nah ja....morgen geht es für uns weiter in unsere letzte Hostfamilie. Wir sind sehr gespannt und freuen uns darauf, mal wieder was anderes als reisen zu machen. Hoffentlich wird es ganz gut, denn wir möchten dort zweieinhalb Wochen verbringen.

  Tapotapotu Bay

Aus dem Lande Mordors

Donnerstag, 16.03.2017

Und wieder einmal haben wir uns in die Nähe des mächtigen Saurons gewagt. Aber keine Sorge, wir konnten seinen Orks gerade noch so entwischen und befinden uns nun wieder im sicheren Ohakune, welches übrigens als Drehort für Ithilien diente (alle Herr der Ringe-Fans wissen wovon ich schreibe:D).

Um vier Uhr klingelte unser Wecker. Schnell haben wir uns fertig gemacht um auch ja nicht den Shuttle zu verpassen, zu dem wir noch 45 Minuten hinfahren mussten. Im Stockdunkeln wurden wir dann am Startpunkt des Tongariro Alpine Crossings herausgelassen. Die Landschaft sah im Dunkeln der von Mordor tatsächlich ziemlich ähnlich. Es war eiskalt, aber immerhin hat der Mond ein bisschen den Weg beleuchtet. In Zusammenhang mit unseren knattergeilen (man hört die Ironie nicht heraus) Handytaschenlampen wurde der Weg immerhin nicht mehr zur größten Stolpergefahr, mit der wir uns in Neuseeland konfrontiert sahen. Beim Laufen wurde uns schnell warm, sodass wir zügig ein paar unserer vielen Schichten ausziehen mussten. Es war schön mit anzuschauen wie die Sonne aufging, denn das Farbenspiel sah klasse aus und wir konnten in der Ferne sogar den Mount Taranaki (bzw. den Schicksalsberg) sehen. 

Der Tongariro Nationalpark ist übrigens 80000 Hektar groß und umfasst die Vulkane Mount Tongariro, Ruapehu sowie Ngauruhoe, welche noch immer recht aktiv sind. Zuletzt brach der Mount Tongariro im August 2012 aus. Zum Glück sorgt ein Kontrollsystem dafür, dass vor einer Eruption rechtzeitig gewarnt werden kann. Der Park ist ein Geschenk des Maori-Häuptlings Te Heuheu Tukino IV, der diesen 1887 an das neuseeländische Volk übergab. Heutzutage ist der Park sowohl Weltkultur- sowie Weltnaturerbe. Die berühmteste Wanderung ist das Tongariro Alpine Crossing, auf das sich durchschnittlich 1000 Besucher pro Tag begeben.

Nachdem es hell geworden war, hatten wir schöne Sichten auf den großen Vulkan Ngauruhoe und kamen nach zwei steilen Aufstiegen zum höchsten Punkt des Tracks am Red Crater. Dann kam der gefürchtete Abstieg, der aufgrund des tiefen Sandes gar nicht so schlimm wie erwartet war. Die folgenden Emerald Lakes sowie der Blue Lake waren dann die Höhepunkte. Die intensiven Farben in dieser ansonsten doch recht kargen Mondlandschaft bildeten einen schönen Kontrast. Der restliche Weg war dann eher langweilig und führte uns durch eine gewöhnliche Steppenlandschaft sowie den neuseeländischen Busch. 

Blue Lake Red Crater und Mount Ngauruhoe Emerald Lakes Kim am steilen Hang Mount Ngauruhoe Emerald Lakes

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